Bambus

Moso, moso chikui


Kurzzeichen DIN EN 13556

XX19

Botanische Bezeichnung

Phyllostachys spp., Familie Poaceae

Verbreitung

China, eingeführt nach Japan, Süd-Korea und Westküste Nordamerikas

Handelsnamen

Moso, moso chikui

Kurzbeschreibung

Der Bambus zählt botanisch nicht zu den Holzgewächsen, sondern ist ein verholztes Gras aus der Familie der Poaceae. Diesem Gras kann jedoch im Vergleich zum Holz in weiten Teilen Asiens, Südamerikas und Afrikas eine größere Bedeutung als Bau- und Werkstoff zugesprochen werden. Aufgrund aktueller Lifestyle-Trends werden Produkte aus Bambus auch vermehrt in Europa nachgefragt. Sowohl im Möbelbau, für Küchenutensilien wie auch im Außenbereich und in der Holzwerkstoffindustrie wird Bambus eingesetzt, Tendenz steigend. Einige Bambusarten wachsen schnell wie keine andere Pflanze und übertreffen in ihren mechanisch-technologischen Eigenschaften sogar einige Holzarten. Um die Möglichkeiten und Grenzen dieses besonderen Materials einschätzen und beurteilen zu können, wurde dieses Merkblatt über Bambus erstellt. Die aufgeführten Eigenschaften gelten für die in Asien häufigste Art P. pubescens, welche auch zumeist für die aus China importierten Produkte verwendet wird. Wegen seiner noch größeren Dimensionen wird auch der Guadua-Bambus (Guadua angustifolia) aus Südamerika für konstruktive Zwecke verwendet.

Farbe und Struktur

Die äußere Färbung des frischen Bambushalmes kann von gelb bis grün über grau, z.T. gestreift oder mit Punkten variieren. Der hohle Halm ist durch Knoten (Nodien) in längere Segmente (Internodien) unterteilt. In das einheitliche, meist helle und wenig dichte Grundgewebe sind die dunkel abgesetzten Leitbündel eingebettet. Diese bestehen aus den Leitelementen (Gefäße), den stabilisierend umgebenden, dichten Fasern sowie dem parenchymatischen Grundgewebe zur Speicherung. Größe, Form und Lage/Ausrichtung der Leitbündel variieren in Abhängigkeit von der Position (Höhe, innen oder außen) im Halm. Da der Bambus kein sekundäres Dickenwachstum besitzt, werden keine Zuwachszonen ausgebildet. Auch Holzstrahlen kommen nicht vor.

Gesamtcharakter

Helles verholztes Gewebe, das im Querschnitt durch die markanten Leitbündel gekennzeichnet ist.

Bearbeitbarkeit

Aufgrund der SiO2 - Einlagerungen im Grundgewebe ist die Standzeit der Messer sowohl von Hand- als auch von Maschinenwerkzeugen verringert. Der Halm lässt sich in Längsrichtung einfach spalten. Für die Herstellung von massiven Bambusprodukten müssen die gespaltenen Halme (sogenannte strands) verklebt werden. Eine Profilierung des Bambusgewebes ist aufgrund der hohen Neigung zum Splittern schwierig.

Trockung

Die hohlen Bambushalme neigen beim Trocknen im Ganzen zum Aufreißen. Aufgespaltene oder aufgeschnittene Halme (strands) sind relativ unkompliziert zu trocknen. Jedoch schwindet Bambus im Vergleich zum Holz schon zu Beginn der Trocknung.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

5

Verwendungsbereiche

Parkett, Möbel, Saunabereich, Terrassendielen (in Form von thermisch behandelten und phenolharzverklebten strands), plattenförmige Holzwerkstoffe, Küchenutensilien und Essstäbchen.

Austauschhoelzer

Für helle Hölzer wie z.B. Birke oder auch verschiedene Nadelhölzer ist Bambus ein geeignetes Austauschmaterial, zum Beispiel für Fußböden und Plattenwerkstoffe.

Literatur

Liese, W., 1985: Bamboos – Biology, silvics, properties, utilisation, Schriftreihe der GTZ, No. 180, 132 S.

Othman, R., Mohmod L., Liese W., Haron N., 1995: Planting and utilization of Bamboo in peninsular Malaysia, ResearchPam-phlet No. 118, 1995, ISSN: 0126-8198, Forest Research Institut Malysia (FRIM) Kepong, 52109 Kuala Lumpur,177 S.

Gewicht lufttrocken

05-0,9 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

20-40 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

84-270 N/mm²

Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15

2600-8800 N/mm²

Härte (JANKA) ⊥, umgerechnet

17-25 kN

Bilder