Ulme


Kurzzeichen DIN EN 13556

ULAM

Botanische Bezeichnung

U. americana, Ulmus carpinifolia, U. glabra, U. laevis, U. rubra, U. thomasii, U. procera, U. laciniata, U. propinqua

Verbreitung

Nordamerika, Europa, Kleinasien, Japan, korea, China

Kurzbeschreibung

Die etwa 20 bis 25 Ulmenarten sind ausschließlich in der nördlichen Hemisphäre verbreitet, der weitaus überwiegende Anteil in den gemäßigten Klimazonen. Die größte Artenvielfalt (ca. 12) findet sich in Ostasien (China, Japan, Korea); die entsprechenden Hölzer werden vorwiegend lokal genutzt und sind bislang noch ohne wesentliche Anteile auf dem Europäischen Markt. Von den in Europa und Nordamerika heimischen Ulmenarten besitzen jeweils drei aufgrund der Häufigkeit ihres Vorkommens eine überregionale Bedeutung als Nutzholzlieferanten. Strukturbild und technische Eigenschaften dieser Hölzer weichen wegen des ähnlichen Aufbaus nur wenig voneinander ab, so dass keine sichere Unterscheidung der Arten möglich ist. Die Holzfarbe jedoch ist artabhängig variabel und erhält dadurch bei der Aushaltung einzelner Sortimente eine besondere Bedeutung. Im deutschen Sprachgebrauch wird das Holz der Ulmen überwiegend als Rüster bezeichnet.

Farbe und Struktur

Splint hellfarbig (gelblich bis hellgraubraun), meist deutlich vom Kernholz abgesetzt; je nach Art schmal bis breit, im Einzelfall bis zu zwei Drittel des Stammquerschnitts einnehmend. Kernholz von hellbraun (z. B. Ulmus thomasii), über graubraun bis rotbraun (z. B. Ulmus rubra) und unter Lichteinfluß nachdunkelnd; an der Kern-Splintgrenze Farbstreifen möglich. Poren im Frühholz grob und zu mehrreihigen Ringen angeordnet (ringporig); Spätholzporen fein und zu meist welligen Bändern vereinigt, die auf Tangentialflächen zwischen den markanten Frühholzfladern eine feine und gezackte Zwischenfladerung ergeben, wodurch ein besonders lebhaftes Holzbild entsteht. Radial dagegen sind nur die Frühholzporen als Streifen deutlich abgesetzt und bestimmen mit den dunklen Holzstrahlen (bis zu 1 mm hohe Spiegel) das Holzbild.

Gesamtcharakter

Durch Früh- und Spätholzporenringe in allen Schnittrichtungen auffällig strukturierte, dekorative Hölzer mit meist breitem Splint und variabler Kernfärbung.

Verwendungsbereiche

Wegen seiner ansprechenden Farbe und dekorativen Maserung wird Rüster in erster Linie als Furnier im Ausstattungssektor für Möbelflächen, Vertäfelungen, Paneele, Türblätter u. a. eingesetzt; als Vollholz für Möbel, Treppen, Stab- und Mosaikparkett, Drechselarbeiten (Möbelteile, Marqueterie), für Werkzeugstiele mittlerer Beanspruchung sowie für Haushaltsgegenstände aller Art.

 

Austauschhölzer: Rüster ist in der Innenverwendung eine attraktive Alternative für häufig verwendete Ausstattungshölzer wie Eiche (Merkblatt 63), Esche (Merkblatt 88), Sen (Merkblatt 98) und andere, wenn auch nur in begrenztem Maß aufgrund der geringen Verfügbarkeit (siehe Anmerkungen). Andererseits stehen aus gleicher Familie mit dem ostasiatischen Keyaki (Zelkova spp.) und dem Zürgelbaum oder Hackberry (Celtis spp.) aus dem östlichen Nordamerika zwei in Holzbild und -eigenschaften ähnliche Hölzer zur Verfügung, die im Austausch für Rüster sehr gut eingesetzt werden können.

Literatur

ANON. (1940): Holzeigenschaftstafel Rüster. Holz als Roh- und Werkstoff, 3,(12),443-444.

ANON.(1972): Handbook of Hardwoods. Building Research Establishment, Princes Risborough Laboratory. HMSO, London.

CHEN, YS., R.C. SCHLESINGER (1973): Elm, an American wood. USDA Forest Service, Merkblatt FS-233.

DAHMS, K.G. (1991): Nordamerikanische Exporthölzer. DRW-Verlag Stuttgart.

GIBBS, J.N., D.A. BURDEKIN, C.M. BRASIER (1977): Dutch Elm Disease. For. Comm. Record 115, HMSO, London.

GOTTWALD, H. (1958): Handelshölzer. F. Holzmann Verlag Hamburg.

GROSSER, D. (o.J.): Rüster (Ulme). Informationsdienst Holz der Arbeitsgemeinschaft Holz e. V., Düsseldorf und Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft, Bonn.

SINGH, T. (1987): Wood density variation in thirteen Canadian species. Wood and Fibre Science 19(4),362-369.

WAGENFÜHR, R., C. SCHEIBER (1985): Holzatlas. VEB Fachbuchverlag Leipzig.

Gewicht frisch

700-1200 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

35-64 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

65-110 N/mm²

Bilder