Balau, Rotes


Kurzzeichen DIN EN 13556

SHRB

Kurzbeschreibung

Von den vielen Laubhölzern der asiatischen Tropenwälder sind die der botanischen Gattung Shorea am zahlreichsten und von weltweiter wirtschaftlicher Bedeutung; zu den wichtigsten Exportländern zählen Indonesien, Malaysia und die Philippinen sowie Singapur als Umschlagplatz. Für die vielen Hölzer dieser großen Gattung werden, neben zahlreichen Lokalnamen, vor allem die auch international bekannten Gruppennamen: Meranti (Indonesien, Malaysia), Seraya (Sabah), Lauan (Philippinen) und Balau (Malaysia, Indonesien) verwendet.
Innerhalb dieser vier Hauptgruppen bilden die hell- bis dunkel-rotfarbigen Hölzer den weitaus größten Teil und weisen wegen ihrer Vielzahl immer noch so deutliche verwendungstechnische Unterschiede auf, dass weitere Untergruppen oder auch einzelne Arten namentlich unterschieden werden. In diesem Merkblatt (Nr. 5) werden nur die hell- bis dunkelroten Hölzer aus der Gattung Shorea dargestellt und ihre Gruppierung angegeben, wie zum Beispiel Light Red Meranti oder Dark Red Meranti oder Vergleiche mit diesen Gruppen vorgenommen.
Die andersfarbigen Hölzer dieser Gattung werden bei Weißem Meranti, GelbemMeranti und Yellow Balau beschrieben.

Farbe und Struktur

Splint hellgrau bis blaß rosa, meist um 4 cm bis 8 cm breit. Kernholz nach dem Übertrocknen blass rosa bis dunkel rotbraun und teils mit leicht violetter Tönung. Allgemein nimmt bei gleichem Trocknungsgrad, gleicher Belichtung und Oberflächenrauhigkeit mit zunehmender Farbtiefe auch das Gewicht zu; sind die Feuchtewerte der zu vergleichenden Hölzer nicht gleich, kann es zu Fehlbeurteilungen hinsichtlich der Färb-, beziehungsweise der Handelsgruppe kommen. Poren zerstreut, mittelgroß bis groß, oft mit feinhäutigen Thyllen angefüllt und als Rillen auf den Längsschnitten gut erkennbar; bei den hellen oder leichten Hölzern überwiegend mit geradem Verlauf und bei den dunklen oder schweren oft deutlich gedreht. Holzstrahlen als Spiegel nur schwach hervortretend, allgemein ohne wesentlichen Einfluss auf das Holzbild. Speicherzellen auf Querschnitten nur vereinzelt als helle Felder die Poren oder die Zuwachszonen leicht betonend. Harzkanäle, parallel zu den Fasern, in allen Arten vorhanden, auf dem Querschnitt meist in ringförmiger Anordnung, teils auch nur in kurzen und wenig deutlichen tangentialen Bändern. Durchmesser der Kanäle und Häufigkeit der aus diesen gebildeten Bänder oder Ringe schwanken stark von Art zu Art, oft auch im gleichen Stamm. Die Kanäle können besonders bei dunklen Hölzern durch weiße, trockene Harzausfüllungen sehr auffällige kreidige, oft als Kalk missdeutete Fladern oder Streifen bilden und so das Holzbild wesentlich beeinflussen. Bei wenigen Arten können auch dunkle, längere Zeit zum Verschmieren neigende Harzinhalte oder auch in den Holzstrahlen liegende Harzkanäle vorkommen. Zuwachszonen nur schwach angedeutet; Wechseldrehwuchs bei den dunklen oder schweren Hölzern oft ausgeprägt und Glanzstreifen verursachend.

Gesamtcharakter

Hellfarbige Hölzer überwiegend schlicht und mit deutlicher Porung; dunkle Hölzer oft durch farbig abweichende Harzkanäle und Glanzstreifen auffällig strukturiert.

Literatur

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Dahms, K.-G. (1982): Asiatische, ozeanische und australische Exporthölzer. -DRW. Stuttgart.
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Larning, P. B. (1978): Houtsoorten. Houtinstituut TNO, Delft/NL.
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Richter, H. G. (1985): Die neuen Sortierungsbestimmungen der Malaysian Grading Rules. - Holz-Zentralblatt 111, 113: 1-2, Stuttgart.

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