Tornillo

Adrorana, iacaica, parica, yacayaca (BR); achapo (CO); seique, tsaik, chuncho (BO); don cede (FGuy); huayra caspi (PE).


Kurzzeichen DIN EN 13556

CGCT

Botanische Bezeichnung

Cedrelinga catenaeformis, Familie Leguminosen (Mimosaceae)

Verbreitung

Amazonasbecken: auf periodisch überschwemmten ('varzea') sowie ganzjährig trockenen Lagen ('terra firme'), am Oberlauf des Amazonas (Ostperu) in Höhen bis zu 1000 m NN.

Handelsnamen

Adrorana, iacaica, parica, yacayaca (BR); achapo (CO); seique, tsaik, chuncho (BO); don cede (FGuy); huayra caspi (PE).

Kurzbeschreibung

Cedrorana ist ein in Europa noch wenig bekanntes Nutzholz aus Südamerika, dessen Verbreitung sich über das gesamte Amazonasbecken vom östlichen Peru bis zum Unterlauf des Amazonas im brasilianischen Bundesstaat Parä erstreckt. Das Holz ist bei durchschnittlichen Eigenschaften sehr vielseitig nutzbar und vor allem in Peru von großer holzwirtschaftlicher Bedeutung. Seit etwa 25 Jahren laufen in der Amazonasregion wie auch anderen Ländern Süd- und Mittelamerikas erfolgreiche Versuche mit der Anpflanzung von Cedrorana unter verschiedenen forstlichen und agroforstlichen Bewirtschaftungssystemen. Der bezüglich Wuchsleistung und -qualität vielversprechende Baum ist im tropischen Amerika einer der wichtigsten Bestandteile nationaler und internationaler Initiativen zur Entwicklung bewirtschafteter forstlicher Ressourcen, die zur nachhaltigen Holzversorgung und damit Schonung der noch bestehenden Primärwälder beitragen können.

Farbe und Struktur

Splintholz strohfarben bis gelblich weiß, 5-8 cm breit, im frischen deutlich, im trockenen Zustand nur schwach abgesetzt vom rosa- bis gelblichbraunen Kernholz, letzteres am Licht etwas nachdunkelnd. Zuwachszonengrenzen nur undeutlich durch etwas dunklere Spätholzonen markiert. Poren sehr groß und wenig zahlreich, auf Längsflächen durch auffällig dunkle und wellige Porenrillen das Holzbild wesentlich beeinflussend. Holzstrahlen sehr fein und zahlreich, mit unregelmäßigem Stockwerkbau, ebensowie das nur spärlich entwickelte Speichergewebe mit bloßem Auge kaum erkennbar. Holz geradfaserig bis deutlich wechseldrehwüchsig; im frischen Zustand mit unangenehmem Geruch, trocken jedoch geruchs- und geschmackslos.

Gesamtcharakter

Gleichmäßig gelblich- bis rosabraunes, farblich wie strukturell eher schlichtes, überwiegend astfreies Holz, dessen Oberflächenbild nur durch die auffälligen Porenrillen aufgelockert wird.

Verwendungsbereiche

Cedrorana ist bei Vermeidung hoher mechanischer wie biologischer Belastungen ein sehr vieleitig einsetzbares Holz.
Vollholz: Konstruktionsholz für mittlere Beanspruchung im Innen- und Außenbau, z.B. als Rahmenhölzer für Fenster und Türen, auch schichtverleimt; im konventionellen Möbelbau wie auch für Gartenmöbel, für Tischlerarbeiten, Verpackungen, leichte Fahrzeugaufbauten; Profilholz für Innen- und Außenverkleidungen.
Furnier: geschält als Sperrholz für nicht bewitterte Anwendungsbereiche, wasserfest verleimt und beschichtet auch für Außenverwendung; gemessert für Kasetten, Paneele und Fronten einfacher Gebrauchsmöbel.
Austauschhölzer: Das mäßig schwere, rosa- bis mittelbraune Holz eignet sich als Austausch für eine Vielzahl von einheimischen und Importhölzern, die für leichte Konstruktionen wie Rahmen- und Möbelbau eingesetzt werden, wie z.B. Cedro (Merkblatt No. 38), Khaya (39), Niangon (28), Rotes Meranti (5), Sipo (1) und andere, auch wenn im Einzelfall Abstriche bei den Qualitätsanforderungen gemacht werden müssen. Im Austausch für typische Schälhölzer wie Okoumé (Merkblatt No. 79) oder Ilomba (24) kann Cedrorana ebenso sinnvoll eingesetzt werden wie für eine Reihe von Profilhölzern im Innenausbau, wenn an Farbe und dekoratives Aussehen keine spezifischen Anforderungen gestellt werden.

Literatur

ANON. (1981): Descripciön general y anatomica de 105 maderas del Grupo Andino. GAOTREFORT, Junta del Acuerdo de Cartagena, Cali, Colombia, 424 pp.
ANON. (1983): Neue Holzarten aus einer neuen Welt. Brasilien, Handel und Industrie, p. 9-13.
AROSTEGUI V., A. (1982): Recopilaciön y anälisis de estudios tecnologicos de maderas peruanas. Proyecto PNUD/FAO/PER/81/002, Documento de Trabajo No. 2.
BAREFOOT A.C., TRAYWICK, J. D. (1971): Mechanical and related properties of Tornillo (Cedrelinga catenaeformis): Wood Science, 3 (4), 245-253.
BOTTCHER, P: (1986): Haltbarkeit von Erstanstrichen auf tropischen Fensterhölzern. Holz-Zentralblatt 112 (68), 1004.
DAHMS, K.-G. (1992): Cedrorana. Neue Importholzkunde Teil IV. Lateinamerika. HolzZentralblatt 118 (62), 1046.
DAVID, E. & al. (1971): Estudio de mercado ycomercialización de productos forestales del Per-. Lima, Universidad Nacional Agraria - Ministerio de Agricultura, 348 p. DECHAMPS, R. (1980): Étude anatomique de bois d'Amerique du Sud. Annales Serie IN-8o, Sciences économiques No. 11, Musée Royal de I'Afrique Centrale, Tervuren, Belgique. LEBACQ, L. (1973): Classification de bois de I'Amazonie péruvienne (caractéres anatomiques et physiques). Documentation économique No.3, Musée Royal de I'Afrique Centrale, Tervuren, Belgique.
MAINIERI, C. (1967): Madeiras leves da Amazonia empregadas em caixoteria. Anuärio Brasileiro de Economia Florestal. IBDF 18 (18), 121-173.
RIOS T., M. (1970): Resistencia a la extracciön y carga lateral en uniones clavadas de madera de Tornillo (Cedrelinga catenaeformis Ducke). Tesis Ing. For. Lima, Universidad Nacional Agraria, 70p.

Gewicht frisch

700-800 kg/m³

Gewicht lufttrocken

430-680 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

25-40 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

50-80 N/mm²

Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15

8000-10000 N/mm²

Bilder