Brasilkiefer


Kurzzeichen DIN EN 13556

ARAN

Kurzbeschreibung

Das Holz der Brasilkiefer oder auch Parana Pine genannt, ist das in Europa am häufigsten verwendete südamerikanische Nadelholz. Obwohl es in seiner Bedeutung durch eine starke Verminderung der Naturbestände zurückgegangen ist, wird es wegen der für ein Nadelholz ungewöhnlich glatten Oberfläche, der gleichmäßigen Struktur, der Astreinheit und der relativ guten Festigkeitseigenschaften immer noch für viele Zwecke bevorzugt verwendet.

 

Farbe und Struktur

Splint bis 10 cm breit, gelblich bis gelblich grau. Kernholz gelblich braun und vom Splint nur schwer unterscheidbar, teils mit dunkelbraunen oder roten, unregelmäßigen Streifen, wodurch es für ein Nadelholz eine ungewöhnliche farbige Zeichnung erhalten kann; am Licht nur schwach nachdunkelnd. Gehobeltes Holz besitzt auf allen Längsflächen einen seidigen Glanz. Poren nicht vorhanden (Nadelholz). Holzstrahlen sehr klein, auf radialen Flächen als sehr feine, rötlich braune Spiegel noch erkennbar. Jahresringe meist nur auf geschliffenem Hirnholz durch ein sehr schmales, dunkleres Spätholzband noch wahrzunehmen, auf Längsflächen keine ausgeprägten Strukturen ergebend. Harzkanäle nicht vorhanden. Ein häufiges Merkmal dieser Art sind meist um ein bis 3 mm große, bräunliche Punktäste, die weder die Verarbeitung

Gesamtcharakter

Mäßig bis stark farbiges Nadelholz von überwiegend schlichter Struktur, sich vom Bild einheimischer Nadelholzarten deutlich unterscheidend.

Bearbeitbarkeit

Als Importholz wird Brasilkiefer überwiegend als Massivholz verarbeitet. Hierbei ist es besonders dort geeignet, wo sich die gute Kanten- und Oberflächenglätte und die gleichmäßige Dichte dieser Holzart vorteilhaft auswirken kann, wie z.B. bei Profilierungen aller Art oder bei einer flächigen Beanspruchung. So im Innenausbau in flächenbildender Form als Profilbrett für Wand- und Deckenbekleidungen oder mechanisch beansprucht als Treppenholz, für Fußböden (als Schmaldielen), Bänke in Kirchen, Versammlungs- und Gemeinschaftsräumen; für Turnhallenausstattungen, wie Leitern oder Kästen; weiterhin besteht eine besondere Eignung für gering beanspruchte, lange Gerätestiele, Sportartikel und Spielzeug; für die Innenausstattung als Regale, Borde und Kindermöbel sowie im Erzeugerland als Sperrholz. Bei großen Werkstücken müssen Konstruktion und Trocknung besonders die Längsschwindung berücksichtigen.

Verwendungsbereiche

Austauschhölzer
Strukturell und farblich entsprechende Hölzer dergleichen Gattung, wie Araucaria hunsteinü, das Klinki Pine aus Papua-Neuguinea oder das Chilean Pine von Araucaria araucana und der nahe verwandten Gattung Agathis, vor allem das Damar (minyak) von A. alba aus Südostasien; außerdem Nadelhölzer der tropischen Gattungen Podocarpus und Dacrydium, überwiegend aus Südasien und Papua-Neuguinea stammend. Von den Nadelhölzern der gemäßigten Zone zeigt das Hemlock (Merkblatt 12) teils gute Übereinstimmung.

Anmerkungen
Die aus der Übersetzung der in Brasilien irrtümlich verwendeten Bezeichnung Pinho entstandenen Beinamen. Kiefer bzw. Pine" werden seit langem in Importländern gebraucht; sie sind mißverständlich, da hiermit grundsätzlich nur die Hölzer der zu einer anderen Familie zählenden Kieferngattung (Pinus) bezeichnet werden.

Literatur

Dahms, K.-D.: Forst und Holz in Mittelund Südamerika. Holzzentralblatt Verlags-G.m.b.H., Stuttgart 1956. Anonymus: A Handbook of Softwoods. D.S.I.R. London 1956.
Gottwald, H.: Handelshölzer. Ferdinand Holzmann-Verlag, Hamburg 1958.
Gottwald, H. u. D. Noack: Agathis. Holzeigenschaftstafel in Holz als Roh- u. Werkstoff, 26 (1968) H. 8, S. 315. Reichsinstitut für ausländ. Forstw.: Merkblatt Nr. 11/Brasilkiefer. Verlag Neumann, Neudamm 1939.

Gewicht frisch

550 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

59 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

133 N/mm²

Bilder