Tanne

Weißtanne; Silbertanne; Edeltanne


Kurzzeichen DIN EN 13556

ABAL

Botanische Bezeichnung

Abies alba Mill. (A. pectinata (Lam.) DC)

Verbreitung

Mittel- und Südeuropa, Deutschland

Handelsnamen

Weißtanne; Silbertanne; Edeltanne

Kurzbeschreibung

Die Tanne ist eine Baumart der montanen Bergstufe. In Deutschland kommt sie als Mischbaumart zusammen mit Buche und/oder Fichte hauptsächlich im Schwarzwald und Bayrischem Wald vor. Sie gehört zu unseren mächtigsten und schönsten Waldbäumen. Das Holz der Tanne ist dem der Fichte sehr ähnlich.

Farbe und Struktur

Das Splint- und Kernholz sind farblich nicht verschieden. Das Holz ist matt rötlichweiß über gelblichweiß bis fast weiß und zeigt des Öfteren einen grauvioletten oder bläulichen Schimmer. Durch die häufige Nasskernbildung können geringe Verfärbungen netstehen. Die Jahrringe sind wie bei allen einheimischen Nadelhölzern deutlich voneinander abgesetzt. Innerhalb der Jahrringe vollzieht sich der Übergang vom hellen, weißlichen Früholz zum rötlich-gelben Spätholz in der Regel allmählich. Auf den Längsflächen verursachen die dunkleren Spätholzzonen markante Fladern.

Das Holz der Tanne ist dem der Fichte sehr ähnlich. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal der beiden Holzarten sind die Harzkanäle die nur bei der Fichte vorkommen und dort auf sauberen Querschnitt unter der Lupe als kleine helle Punkte erkennbar sind.

Auch die im Fichtenholz ziemlich häufigen Harzgallen sind ein Unterscheidungsmerkmal. Ferner besitzt die Fichte eine zumeist ins gelblich gehende Farbe sowie einen seidigen Glanz. Das Tannenholz dagegen ist glanzlos und stumpf. Schließlich gibt die Aststellung Anhaltspunkte für die Artunterscheidung.

So stehen bei der Tanne die Astquirle nahezu waagerecht zur Stammachse, dementsprechend ergeben sich beim Einschnitt unterschiedlich runde Astequerschnitte auf der Schnittware.

Während die Äste der Tanne eine mehr runde Form haben, sind die Äste der Fichte häufig oval.

Nasskern: Der Begriff Nasskern beruht auf einem hohen Feuchtigkeitsgehalt des Kernholzes. Tannen weisen allgemein an der Basis im Splintholz einen Feuchtigkeitsgehalt von 150 bis 200 % auf. Der normale Nasskern ist einheitlich braun gefärbt, typisch kreisrund geformt und bleibt im Stammzentrum aus das echte Kernholz beschränkt.

Gesamtcharakter

Geradfaseriges weißliches Nadelholz ohne Kernfärbung und Harzkanäle. Mit deutlichem Frühholz- Spätholz-Kontrast bzw. ausgeprägter Jahrringstruktur.

Bearbeitbarkeit

Das Holz der Tanne lässt sich im allgemeinen weniger gut bearbeiten als das der Fichte, dennoch die Bearbeitung mit allen Wekzeugen sowohl von Hand als auch mit Maschinen gut durchzuführen. Das Holz ist leicht gerade und lang zu spalten. Ferner lässt es sich gut nageln, schrauben und problemlos verleimen.

Trockung

Tannenholz lässt sich rasch und gut trocknen, da es kaum zum Werfen oder Reißen neigt. Frisches Tannenholz besitzt eine höhere Holzfeuchte als Fichte, so dass zum Erreichen derselben Endfeuchten die beiden Holzarten getrennt zu trocknen sind. Ebenso ist die Imprägnierung getrennt vorzunehmen, da Tanne eine deutlich höhere Flüssigkeitsaufnahme als Fichte aufweist.

Natürliche Dauerhaftigkeit (DIN-EN 350-2)

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Verwendungsbereiche

Tanne ist gegenüber der Fichte überall dort eine besseren Eignung nachgesagt, wo Holz ständiger oder wechselnder feuchte ausgesetzt ist. Vom Handel wird Tanne vornehmlich als Rund- und Schnittholz, daneben als Furnier (gemessert und geschält) angeboten. Im Schnittholzhandel wird Tanne meist zusammen mit Fichte als Mischsortiment unter der Bezeichnung Fichte/Tanne geliefert. Als Bautischlerholz wird Tanne für Türen, Fenster und Wandbekleidungen verarbeitet, vor allem wenn hierfür deckende Anstriche vorgesehen sind. Aber auch naturbelassen kann Tanne bei sorgfältiger Holzauswahl vorteilhaft im Innenausbau eingesetzt werden. Wegen ihrer leichten Spaltbarkeit ist die Tanne eine bevorzugte Holzart zur Anfertigung von Spaltwaren wie z. B. Spankörper, Käseschachteln oder gespaltenen Dachschindeln und die Verwendung als Verpackungsmaterial.

Literatur

  • Wagenführ, R. 2006: Holzatlas, 5. Auflage, Fachbuchverlag Leipzig
  • Informationsdienst Holz, 1998, Einheimische Nutzhölzer, Loseblattsammlung

Gewicht frisch

800–950 kg/m³

Gewicht lufttrocken

450 kg/m³

Druckfestigkeit u12-15

40 N/mm²

Biegefestigkeit u12-15

68 N/mm²

Elastizitätsmodul (Biegung) u12-15

11000 N/mm²

Härte (BRINELL) ⊥ zur Faser u12-15

13–16 N/mm²

Differentielles Schwindmass (radial)

0,14 %

Differentielles Schwindmass (tangential)

0,32 %

pH-Wert

5,5–6,1

Bilder